Die Lebensmittel-Retterin
Manchmal passieren mir seltsame Dinge: Neulich zum Beispiel hat mich eine wildfremde Mutter im Kindergarten gefragt, ob ich vielleicht ein Brot haben möchte. Später habe ich erfahren, dass sie Johanna heißt und eine Lebensmittel-Retterin in Ettlingen ist! Und ich durfte sogar mal dabei sein! Beispielsweise WIR, denn EUCH nehme ich natürlich mit.
Hallo! Möchtest du ein Brot? Ja, ich dachte auch, ich hätte mich verhört, als ich das im Kindergarten gefragt wurde. Aber über das Brot habe ich mich sehr gefreut. Und als ich ein paar Wochen später nochmal gefragt wurde, ob ich ein Brot möchte, da habe ich diese Mutter gefragt, warum sie denn immer Brote verteilt. Und ich fand heraus, dass sie Johanna heißt und Lebensmittelretterin ist.
Zu gut zum Wegwerfen
Fast 75kg Lebensmittel werfen wir Baden-Württemberger pro Kopf jährlich in die Tonne. Lebensmittel, wir eigentlich noch essen könnten.
Von Lebensmittelrettern hatte ich zwar schonmal irgendwas gehört, aber so ganz sicher war ich mir nicht, was das sein sollte. Also habe ich Johanna gefragt, ob sie mich mal mitnehmen kann. Und tatsächlich war sie einverstanden!
Johanna hatte schon viel mit Lebensmitteln zu tun, bevor sie Lebensmittelretterin wurde. Vielleicht kennt ihr sie schon: Johanna ist die Besitzerin der Kleinen Kaffeeblüte. Damals war das ein Café in der Kronenstraße in Ettlingen. Heute gibt es die Kleine Kaffeeblüte auch noch, aber als mobile Kaffeebar, die man mieten kann. Infos gibts unten!
Im Einsatz
Johanna rettet nicht nur Backwaren. Auch Supermärkte gehören zu den Partnern von Foodsharing.
Auch in ihrem Café hatte Johanna immer darauf geachtet, so wenig Lebensmittel wie nötig wegzuwerfen. Irgendwann kam der Cousin ihres Mannes aus Ulm zu Besuch, und der erzählte ihr von Foodsharing: Ein weltweites Netzwerk, die genau das zu ihrer Aufgabe gemacht hat. Und Johanna war gleich begeistert. Zum Beispiel kann man auf der Website von Foodsharing nachschauen, ob es in der Nähe Essenskörbe gibt, und sie sich kostenlos abholen.
Wenn man aber selbst Lebensmittel retten möchte, muss man erstmal eine Mini-Ausbildung machen. Dazu gehören zum Beispiel eine Hygiene-Fortbildung. Weil ich diese Ausbildung nicht gemacht habe, durfte ich bei unserer heutigen Rettung nicht mit in die Backstube der Bäckerei, die wir besuchten. Ich konnte Johanna aber durch die Tür zuschauen, wie sie all die vielen Backwaren fein säuberlich in Tüten packte und war erstaunt über die Menge!
So viel Brot
Und das ist nur eine kleine Menge von dem, was Johanna bei unserem Treffen gerettet hat.
Danach haben wir die hoch vollen Tüten zu dem Ort gebracht, an dem Johanna die Backwarten verteilen wollte. Dafür hat sie eine WhatsApp-Gruppe, in der sie Bescheid gibt, wenn es wieder soweit ist. Es dauerte nicht lange, da kamen schon die ersten Abnehmer - und kurze Zeit später waren die ganzen Backwaren, die sonst im Müll gelandet wären, an glückliche Menschen verteilt.
Ganz kurz: Lebensmittelrettung in Ettlingen
Foodsharing:
Foodsharing ist eine weltweite Organisation, die Lebensmittel rettet. Mitmachen kann jeder: Ihr könnt auf der Website schauen, ob es in eurer Nähe Essenskörbe gibt, die ihr einfach abholen könnt. Wenn ihr selbst Lebensmittel retten wollt, müsst ihr euch bei der Organisation anmelden und eine kleine Ausbildung absolvieren. Nähere Infos gibt es bei Johanna oder auf der Website:
Kleine Kaffeeblüte:
Die Kleine Kaffeeblüte ist eine mobile Kaffeebar, die ihr mieten könnt. Johanna bietet da oft auch neue Kreationen an wie Iced Coffee mit Erdbeermus im Sommer. Sehr empfehlenswert.
Ihr findet Johanna bei Instagram unter: kleine_kaffeebluete

