G’schichde in de Hoimadschbrooch
Mundartabend 2026
Habt ihr schonmal was vom Ettlinger Mundartabend gehört? Ich jedenfalls nicht - bis ich vor ein paar Tagen mit dem Bildhauer Rudi Bannwarth telefonierte und der mich einlud, dort am Kinschdlerdisch Platz zu nehmen. Was ich dann erlebt habe, hört ihr in der heutigen Folge!
Eigentlich wollte ich mich gerade daran machen, eine Folge über den Ettlinger Fasching zu organisieren. Wer sich hier ein bisschen auskennt, der weiß: In Sachen Fasching kommt man nicht an Maskenschnitzer Rudi Bannwarth vorbei! Und als ich mit Rudi telefoniert habe, fragte der mich, ob ich nicht auch Lust hätte, zum Mundartabend zu kommen. Aber sicher hatte ich das.
Nur waren da längst alle Tickets für die Stadthalle ausverkauft gewesen. Aber als Moderator der Veranstaltung konnte Rudi natürlich noch was drehen, und so saß ich plötzlich mit Büttenrednern und Mundartfreunden am Kindschlerdisch. Ganz vorne und direkt vor der Bühne.
Alles auf Badisch.
Einer der Mundartfreunde hieß Joschi Jilg. Joschi war dieses Jahr zum ersten Mal als Künstler dabei und erzählte mir die Geschichten, die er später auf der Bühne zum Besten geben wollte: Geschichten aus seiner Kindheit in der Ettlinger Gartenstraße. Als Spessart 1972 zu einem Teil von Ettlingen wurde, musste die Straße in Elisabethstraße umbenannt werden. In Spessart gab es nämlich auch eine Gartenstraße.
Joschi wollte gerade weiter erzählen, da spielten die Brass Jokers aus Spessart ihren ersten Song und Rudi kam auf die Bühne, um den Abend zu eröffnen.
Ausverkauft:
Nicht ein Stuhl war frei geblieben. Der Mundartabend ist seit ein paar Jahren wieder richtig beliebt!
Nach einer kurzen und sehr lustigen Anmoderation ging es dann richtig los. Ein Künstler nach dem anderen erzählte seine Geschichten. Mal von früher, mal von heute, mal lustig, mal nachdenklich. Aber alle hatten zwei Dinge gemeinsam: Alle handelten von der Heimat Ettlingen, und alle wurden in schönstem Badisch erzählt.
Aber Badisch ist nicht gleich Badisch: Mir als Rheinländerin wäre das nicht aufgefallen, aber die Künstlerin Margrit Schön erklärte mir in der Pause, dass es tatsächlich Unterschiede in den Dialekten der einzelnen Dörfer gibt. Zum Beispiel sagen die einen “Fahrrädel” und die anderen “Fahrrädle”.
Mit den hübsch dekorierten Tischen um mich rum und den vielen lachenden und schwätzenden Leuten daran war das ein wirklich schöner Abend hier in Ettlingen. Nicht nur wegen dem Dialekt, sondern vor allen auch wegen den Geschichten von früher!
Ganz kurz: Alle Infos zum Mundartabend in Ettlingen
Mundartabend: Den Mundartabend gibt es seit 33 Jahren. Er findet ein Mal im Jahr statt. Folgt mir auf Instagram, dann gebe ich euch rechtzeitig Bescheid, wenn es wieder so weit ist.
Rudi Bannwarth: Ettlinger Bildhauer. Neben den Masken für die Ettlinger Faschingsvereine ist er vor allem für seine Krippenfiguren bekannt. Über ihn wird es hier noch eine extra Folge geben. Webseite: Rudi Bannwarth: Home
Tipp: Der bekannteste Mundartkünstler aus unserer Gegend war Harald Hurst. Vielleicht habt ihr schon von ihm gehört: Neben der Sankt Martins Kirche ist vor ein paar Monaten ein kleiner Platz nach ihm benannt worden.
Mundart ist nicht jedermanns Sache, aber wenn man sich die Zeit nimmt und mal aufmerksam zuhört und sich vielleicht auch schon so ein bisschen mit den Eigenarten der Badener auskennt, dann ist das wirklich sehr, sehr lustig. Hört doch einfach mal rein - auf der Seite unserer Stadt gibt es ein paar Aufnahmen von Harald Hurst: Harald Hurst | Ettlingen

